Tansania - ein Land in dem das Klischee von Afrika erfüllt werden soll: die Big-Five, riesige Herden von Gnus, Zebras und Gazellen, Massai-Krieger in farbenfrohen Gewändern und natürlich der Kilimanjaro mit seiner Schneehaube.
Doch nichts von all dem haben wir gesehen. Die 'kleine' Regenzeit, die im Dezember normal ist, entpuppte sich als 'Große'. Es ist das Jahr des El Nino und das Wetter macht was es will.
Doch der Reihe nach ...
Ankunft in der Hauptstadt Dar es Salaam Anfang Dezember, eine Nacht im Hotel und entlang den Eisenbahnschienen weiter nach Dodoma, der früheren Hauptstadt. Aus der äußerst miserablen Straße wurde kurz nach Dar es Salaam eine Schlamm-Piste, die selbst mit dem Jeep kaum zu bewältigen war (zur Erinnerung: wir reisen in der kleinen Regenzeit). Nachdem wir schon mehrmals stecken blieben gab es schließlich kein Weiterkommen - der Jeep wurde unser Nachtquartier. Am nächsten Tag, nach Stunden voller Fehlversuche, schafften wir es den Jeep aus dem Schlammloch zu holen.
Es konnte weiter gehen, unser Ziel: Tabora - von den Arabern 1820 gegründet, einst Zentrum des Sklavenhandels und vorübergehende Heimat des Forschers Dr. Livingstone. Tabora liegt östlich des Tanganjika Sees, dem tiefsten See Afrikas (der Eiffelturm würde fünfmal übereinander hineinpassen) und nach dem russischen Baikalsee der zweitgrößte der Welt. Klar, dass wir dort auch Tauchen wollen, schließlich beheimatet er mehr als 250 Süßwasser-Fischarten.
Doch es regnet Tag und Nacht. Weder an Tauchen im Tanganjika See, noch an einen Besuch der legendären National- und Wildparks ist zu denken. Auch die geplante Weiterreise mit der Eisenbahn bis zur Endstation in Kigoma fiel buchstäblich ins Wasser; einige Eisenbahnbrücken wurden inzwischen weggespült.
Nach fast 5 Wochen in Tansania mussten wir nun an den Rückflug denken, und das bedeutete zurückzukommen nach Dar es Salaam. Wir wussten weder wie, noch wann wir dort ankommen werden. Die einzige Möglichkeit war über Arusha - ein gewaltiger Umweg! Immerhin führte uns die Fahrt am Kilimanjaro vorbei und wir hofften wenigstens einen Blick darauf zu erhaschen. Doch das Dach Afrikas hüllte sich in Nebel.
Nach tagelanger Fahrt auf Straßen, die sich wirklich nicht als solche bezeichnen dürften und mehreren 'befrei Jeep aus Schlamm'-Aktionen, kamen wir in Dar es Salaam an.
Wir hatten vor noch ein paar erholsame (sonnige?) Strand- und Tauchtage auf Sansibar zu verbringen. Die Insel liegt ca. 40 km vor der Küste Tansanias, lediglich 20 min. Flugzeit von Dar es Salaam entfernt. Doch die tagelange Fahrt verhinderte dies, schon morgen fliegen wir zurück nach Deutschland.

Tansania hat sich uns gewiss nicht von seiner schönsten Seite gezeigt, aber wir handhaben es wie Paulchen Panther: keine Frage, ich komm wieder ...

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